Kein slowUp bei der BLS

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Gestern waren wir mit dem Zug auf der Strecke Bern-Neuenburg unterwegs, natürlich ohne zu wissen, dass gerade an diesem Tag der slowUp Murtensee-Event stattfindet. Wir haben das dann allerdings recht schnell gemerkt, als in Bern Velo um Velo in den Zug verladen wurde. Nicht gerade optimal, wenn man mit einem doch recht grossen Kinderwagen unterwegs ist. Weil wir am Morgen einigermassen früh dran waren, hatten wir jedoch genügend Platz für uns und für den Kinderwagen.

Etwas anders sah es dann bei der Rückfahrt aus: Der Zug war schon so gut besetzt, dass wir keine Sitzplätze mehr fanden. So blieben wir mit dem Kinderwagen draussen vor dem Abteil. In Kerzers warteten dann unzählige slowUp-Teilnehmer mit ihren Velos auf den Zug nach Bern. Die Verantwortlichen von der BLS hatten zwar vorgesorgt und zusätzliche Wagen für die erwarteten Velos bereitgestellt. Jedoch hatten sie wohl nicht mit dem schönen Wetter und mit dem grossen Andrang am slowUp gerechnet. Es war heiss an diesem Tag und nun sah es aus, dass es auch eng werden würde.

Und hier kommt nun mein Aufsteller ins Spiel: ein junger Mann, Angestellter der BLS, kam kurz vor der Station Kerzers zu uns in den Vorraum. Er gehörte zu dem Personal, das die BLS eingesetzt hat, um die Menschenmassen etwas zu koordinieren. Er sah sofort, dass wir mit dem Kinderwagen nicht mehr Platz machen konnten, als wir das schon getan hatten und dass es nicht gut kommen wird, wenn sich nun ein Haufen Leute mit Velos unkoordiniert in den Wagen quetschen.

Unter vollem Einsatz (und das meine ich wörtlich), hat er sich darum gekümmert, dass nur so viele Velos bei uns eingeladen wurden, wie es sinnvollerweise möglich war und dass diese den Umständen entsprechend sicher verstaut wurden. Zudem hat er in dieser ganzen Hektik noch einen Sitzplatz für meine Frau organisiert. Danach hat er dafür gesorgt, dass auch alle weiteren Personen einen Platz für ihre Velos und sich selbst gefunden haben. Er ist hin und her gerannt, hat geschaut, dass alle einen Platz haben, dass nirgends gedrängelt wurde und dass der Zug trotz allem einigermassen pünktlich weiterfahren konnte.

Als der Zug dann abgefahren ist, ist er wieder bei uns eingestiegen. Er war schweissüberströmt (es war wirklich heiss für Ende April) und strahlte vor guter Laune. Wir sind dann ins Gespräch gekommen und ich war wirklich beeindruckt von diesem jungen Mann. Er war voll motiviert und lachte nur über den Stress (und musste dabei dauernd den Schweiss abwischen, habe ich schon erwähnt, dass es heiss war, an diesem Tag?). Ihm war es ein echtes Anliegen, dass die Fahrgäste sich wohl fühlten und den Umständen entsprechend möglichst komfortabel reisen konnten und war auch bereit, sich dafür einzusetzen und anzustrengen. In einer Situation, wo viele anderen gestresst und unfreundlich reagiert hätten, war er voller Energie, Freude und Motivation. Ein echter Aufsteller!

Ich wünsche diesem jungen Mann von Herzen, dass er seine Motivation, Energie und Freundlichkeit für seine Zukunft beibehalten kann und dass er damit in seinem Leben viel Erfolg haben wird.

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