“Schweizer Atheisten: Offensive gegen Gott” titelte heute die Gratiszeitung 20 Minuten. Dieser Titel trifft den Kern der Sache nicht. Wie kann man eine Offensive gegen etwas starten, dessen Existenz bisher nicht nachgewiesen wurde und das mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht existiert?

Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz will, wie das andere Organisationen in verschiedenen Ländern bereits getan haben, auch in der Schweiz eine Bus- und Plakatwerbekampagne für religiöse Abrüstung starten.

Ich begrüsse dies sehr und habe diese Kampagne bereits finanziell unterstützt. Die zunehmende Einmischung und Einflussnahme von Kirchen und anderen religiösen Organisationen in Politik und Privatleben sind nicht tragbar. Wer denn unbedingt an irgendwelche unsichtbaren Wesen glauben will, die unsere Gedanken lesen und unsere Wünsche erfüllen sollen, soll dies tun können. Das ist Privatsache eines jeden einzelnen und soll es auch bleiben.

Es macht mir immer wieder Angst, zu sehen, wie viele Leute auch heute noch ohne auch nur im geringsten zu hinterfragen, daran glauben, dass irgendwo ein mächtiges, unsichtbares Wesen sitzt, das über unser Schicksal bestimmt. Wenn ein erwachsener Mensch mit aller Vehemenz behauptet, dass es den heiligen Nikolaus gibt, wird dieser Mensch von allen normal denkenden wohl zumindest als nicht ganz gescheit bezeichnet werden. Wenn jemand jedoch behauptet, dass es einen Gott gibt, wird das von vielen immer noch als völlig normal angesehen. Wie hier sehr schön gezeigt wird, unterscheiden sich diese beiden Behauptungen jedoch faktisch überhaupt nicht.

Wenn durch die geplante Aktion auch nur ein paar wenige Menschen dazu gebracht werden, über diesen Religionswahn nachzudenken, hat sich die Kampagne auf jeden Fall schon gelohnt.

Schweizer Atheisten: Offensive gegen Dummheit” wäre daher ein besserer Titel für den genannten Zeitungsartikel.

Immer öfter trifft man sie auf unseren Strassen an, vor allem Werktags am Morgen. Obwohl sie praktisch überall gesichtet werden können, sieht man besonders viele Exemplare bei Bahnhöfen und in der Nähe von Haltestellen des öffentlichen Verkehrs. Die Rede ist vom sogenannten Zombie-20-Minuten-Leser.

Der Zombie-20-Minuten-Leser gehört zur Familie der Zombie-Gratiszeitung-Leser und ist eng verwandt mit dem Zombie-SMS-Schreiber. Zudem existieren weitere Unterformen wie der Zombie-News.ch-Leser und der Zombie-Blick-am-Abend-Leser, letztgenannter ist vor allem am späteren Nachmittag und am frühen Abend zu beobachten.

Erkennen kann man den Zombie-20-Minuten-Leser vor allem am langsamen, schlurfenden Gang und am gesenkten Kopf. Der Blick des Zombie-20-Minuten-Lesers ist dabei starr auf die vor dem Oberkörper gehaltene Ausgabe der Gratiszeitung gerichtet. Zudem scheint ihm jegliche Wahrnehmung seines Umfelds abhanden gekommen zu sein. Andere Personen auf seiner Marschroute, rote Lichtsignale oder Autos nimmt er nicht wahr.

Wissenschaftler sind sich noch nicht einig, ob die Mutation einer normalen Person in einen Zombie-20-Minuten-Leser eine direkte Folge des täglichen Konsums der Inhalte eben dieser Gratiszeitungen ist, oder ob vor allem der Reflex, sich auf alles zu stürzen, was gratis erhältlich ist, schlussendlich zu diesem unnatürlichen Verhalten führt.

Wer das Experiment wagt, selbst einmal eine solche Gratiszeitung durchzublättern (von Lesen kann in diesem Zusammenhang wohl kaum die Rede sein), wird vermutlich zum Schluss kommen, dass die Inhalte zumindest ihren Beitrag zu Mutation liefern müssen: tägliche Informationsüberflutung mit Themen wie welcher Filmstar eine neue Frisur, einen neuen Freund oder sogar einn neues Tatoo hat, können auf längere Dauer nicht ohne Wirkung auf das menschliche Gehirn bleiben. Der Schluss liegt also nahe, dass dadurch die Mutation, wenn doch nicht ausgelöst, zumindest verstärkt und gefördert wird. Den angesprochenen Inhalt findet man bei genauerem Hinsehen gut versteckt zwischen der Werbung.

Gegenmittel zum Rückgängig machen der Mutation sind bis heute keine bekannt. Es existieren allerdings Ideen und Ansätze, um die Rate der Neumutationen zumindest einzudämmen. Eine erfolgversprechende Variante wäre, die Gratiszeitungen nicht mehr gratis anzubieten, sondern einen kleinen Betrag (Vorschlag 10-20 Rappen) pro Zeitung zu verlangen. Diese Massnahme würde wahrscheinlich zu mehreren positiven Ergebnissen führen. Zum einen würde die Auflagen der Gratiszeitungen massiv einbrechen, weil der Gratisreflex, der bei vielen Leuten das Denk- und Wahrnehmungsvermögen stark beeinträchtigt, nicht mehr ausgelöst würde. Gleichzeitig könnten die Einnahmen aus dem Verkauf der Nicht-mehr-Gratiszeitungen an die Zombie-20-Minuten-Leser, deren Mutation bereits zu weit fortgeschritten ist, dazu verwendet werden, einen Teil der Kosten für die Entsorgung der überall herum liegen gelassenen Zeitungen zu decken. Die Kosten für die Abfallentsorgung muss heute einmal mehr der Steuerzahler tragen.

Leider ist die Masse der Zombie-20-Minuten-Leser heute bereits so gross, dass eine solche Massnahme wegen des grossen Widerstands aus dieser Masse vermutlich nicht wird umgesetzt werden können.

Der Anblick des Zombie-20-Minuten-Lesers wird daher leider vermutlich noch lange zu unserem Alltag gehören.

Es ist schön zu sehen, dass es auch heute noch etwas einfach so gratis und kostenlos und ohne Hintergedanken zu haben gibt.

Natürlich werden heute so viele Gratisangebote und kostenlose Dinge von Firmen angeboten, wie noch nie. Dahinter steht aber meist der Gedanke, an Daten von potentiellen Kunden zu kommen und diese dann mit Werbung zu überfluten oder aber indirekt doch etwas zu verkaufen.

Ein typisches Beispiel sind die Mobiltelefone, die von den Telekomunternehmen “gratis” abgegeben werden: Um an ein kostenloses Handy zu kommen, muss man nur ein langjähriges, teures Mobile-Abo kaufen. Die Kosten sind unter dem Strich in den meisten Fällen dann höher, als wenn man das Telefon kaufen und mit einem Prepaid-Handy Angebot nutzen würde.

Aber eigentlich geht es ja um einen Aufsteller: Hier gibt es eine Seite, die um die 500 Hörbücher zum kostenlosen Download anbietet! Einfach so.

Die Hörbücher sind im MP3-Format und können direkt von der Seite heruntergeladen werden. Das Ganze ist absolut legal, weil die Autoren entweder bereits länger tot sind und die Rechte an den Werken daher verfallen sind, oder weil die Autoren oder Verlage die Erlaubnis für den Download der Hörbücher gegeben haben.

Wirklich eine gute Sache, mit einer grossen Auswahl an Autoren und Hörbuch-Themen. Einfach mal anschauen.

Gestern waren wir mit dem Zug auf der Strecke Bern-Neuenburg unterwegs, natürlich ohne zu wissen, dass gerade an diesem Tag der slowUp Murtensee-Event stattfindet. Wir haben das dann allerdings recht schnell gemerkt, als in Bern Velo um Velo in den Zug verladen wurde. Nicht gerade optimal, wenn man mit einem doch recht grossen Kinderwagen unterwegs ist. Weil wir am Morgen einigermassen früh dran waren, hatten wir jedoch genügend Platz für uns und für den Kinderwagen.

Etwas anders sah es dann bei der Rückfahrt aus: Der Zug war schon so gut besetzt, dass wir keine Sitzplätze mehr fanden. So blieben wir mit dem Kinderwagen draussen vor dem Abteil. In Kerzers warteten dann unzählige slowUp-Teilnehmer mit ihren Velos auf den Zug nach Bern. Die Verantwortlichen von der BLS hatten zwar vorgesorgt und zusätzliche Wagen für die erwarteten Velos bereitgestellt. Jedoch hatten sie wohl nicht mit dem schönen Wetter und mit dem grossen Andrang am slowUp gerechnet. Es war heiss an diesem Tag und nun sah es aus, dass es auch eng werden würde.

Und hier kommt nun mein Aufsteller ins Spiel: ein junger Mann, Angestellter der BLS, kam kurz vor der Station Kerzers zu uns in den Vorraum. Er gehörte zu dem Personal, das die BLS eingesetzt hat, um die Menschenmassen etwas zu koordinieren. Er sah sofort, dass wir mit dem Kinderwagen nicht mehr Platz machen konnten, als wir das schon getan hatten und dass es nicht gut kommen wird, wenn sich nun ein Haufen Leute mit Velos unkoordiniert in den Wagen quetschen.

Unter vollem Einsatz (und das meine ich wörtlich), hat er sich darum gekümmert, dass nur so viele Velos bei uns eingeladen wurden, wie es sinnvollerweise möglich war und dass diese den Umständen entsprechend sicher verstaut wurden. Zudem hat er in dieser ganzen Hektik noch einen Sitzplatz für meine Frau organisiert. Danach hat er dafür gesorgt, dass auch alle weiteren Personen einen Platz für ihre Velos und sich selbst gefunden haben. Er ist hin und her gerannt, hat geschaut, dass alle einen Platz haben, dass nirgends gedrängelt wurde und dass der Zug trotz allem einigermassen pünktlich weiterfahren konnte.

Als der Zug dann abgefahren ist, ist er wieder bei uns eingestiegen. Er war schweissüberströmt (es war wirklich heiss für Ende April) und strahlte vor guter Laune. Wir sind dann ins Gespräch gekommen und ich war wirklich beeindruckt von diesem jungen Mann. Er war voll motiviert und lachte nur über den Stress (und musste dabei dauernd den Schweiss abwischen, habe ich schon erwähnt, dass es heiss war, an diesem Tag?). Ihm war es ein echtes Anliegen, dass die Fahrgäste sich wohl fühlten und den Umständen entsprechend möglichst komfortabel reisen konnten und war auch bereit, sich dafür einzusetzen und anzustrengen. In einer Situation, wo viele anderen gestresst und unfreundlich reagiert hätten, war er voller Energie, Freude und Motivation. Ein echter Aufsteller!

Ich wünsche diesem jungen Mann von Herzen, dass er seine Motivation, Energie und Freundlichkeit für seine Zukunft beibehalten kann und dass er damit in seinem Leben viel Erfolg haben wird.